Heide-Nelke

Dianthus deltoides
Nelkengewächse (Caryophyllaceae)


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Die Heide-Nelke (Dianthus deltoides) ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae) gehört. Sie ist in Eurasien weit verbreitet. In Deutschland steht sie unter Naturschutz. Die Stiftung Naturschutz Hamburg kürte die Heide-Nelke zur Blume des Jahres 2012.

Beschreibung

Die Heide-Nelke wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 40 cm. Der kurz behaarte Stängel ist nur am Grund verzweigt. Die gegenständig am Stängel angeordneten Laubblätter besitzen eine bis 2,5 cm lange, schmal linealische, dicht kurz behaarte Blattspreite.

Die Heide-Nelke ist gynodiözisch. Die gestielten Blüten stehen einzeln oder zu wenigen in rispigen Blütenständen zusammen. Am Grunde des Kelchs befinden sich zwei Hochblätter, die häufig auch als Kelchschuppen bezeichnet werden; sie sind eiförmig, nur halb so lang wie der 12 bis 18 mm lange Kelch und besitzen eine aufgesetzte Granne. Die Blüte ist radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch weist spitze Kelchzähne auf. Die fünf etwa 1 cm langen Kronblätter erscheinen von oben gesehen platt und sind an der Spitze gezähnt. Sie sind purpurn gefärbt und weisen eine weiße Punktierung und einen dunkleren Ring auf. Die Blüten schließen sich abends. Die Blütezeit reicht von Juni bis September.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 30.

Vorkommen und Schutz

Das Areal der Heide-Nelke reicht über fast ganz Europa (mit Ausnahme des äußersten Nordens und Südens) bis nach West-Sibirien und über den Jenissei. In Nordamerika, in Argentinien und in Neuseeland kommt die Heide-Nelke als Neophyt vor.

Die Heide-Nelke ist eine auch in Deutschland weit verbreitete, aber regional nur zerstreut vorkommende Pflanze, die hier nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt ist. In einigen Bundesländern steht sie zudem auf der Roten Liste der Gefäßpflanzen.

Im natürlichen Habitat findet man sie in submeridionalen bis borealen Klimazonen, vom Flach- bis ins Hügelland, meist unterhalb 700 Meter NN. Sie steigt aber beispielsweise im Erzgebirge bis 1100 m und in Graubünden sogar bis 2020 m auf. Im Flach- und Hügelland ist sie häufig auf bodensauren Sandtrocken- und Silikatmagerrasen zu finden, zusammen mit dem Roten Straußgras (Agrostis capillaris) oder dem Gewöhnlichen Flügelginster (Genista sagittalis). Manchmal kommt sie auch auf ruderal beeinflussten Wiesen vor. Die Heide-Nelke meidet kalkhaltige Böden. Sie kommt in Mitteleuropa sowohl in Gesellschaften des Verbands Violion, des Verbands Koelerio-Phleion als auch im Viscario-Avenetum pratensis aus dem Verband Mesobromion vor.

Ökologie

Sie überdauert den Winter als Hemikryptophyt bzw. krautiger, wintergrüner Chamaephyt, bildet oberirdische Ausläufer und kriechende Stängel. Die häufig vormännlichen Blüten werden von Insekten, insbesondere Faltern, bestäubt und schließen ab 20 Uhr. Neben Zwitterblüten sind auch weibliche Blüten vorhanden; man findet aber auch rein weibliche Pflanzen.

Ihre Samen benötigen Kälte, um zu keimen. Es kommen sowohl rein weibliche als auch rein männliche Exemplare vor.

Die Heide-Nelke dient als Futterpflanze oligophag für die Raupen der Karthäusernelken-Kapseleule (Hadena compta Denis & Schiffermüller, 1775), die zu den Eulenfaltern (Noctuidae) gehört. Die Raupe frisst zuerst an den Kapselfrüchten und später an den Blättern.

Systematik und Taxonomie

Dianthus deltoides wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht.

Man kann folgende Unterarten unterscheiden:

  • Dianthus deltoides subsp. deltoides
  • Dianthus deltoides subsp. degenii (Bald.) Strid: Sie kommt in Griechenland, in Mazedonien und in Albanien vor.

Verwendung als Gartenpflanze

Für den Garten gibt es auch weiße, rosafarbene, rote und gefüllte Sorten.

Trivialnamen

Für die Heide-Nelke bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Blutströpflin, Dondernegeln, Donnernägelein, Donnernelke (Schlesien), Feldnägelen (Tirol), Flättchen (Eifel bei Dreis), Flettchen (Eifel bei Dreis), Haideflättchen (Eifel bei Dreis), Heidnäglein (Ostpreußen), Heidenelke (Schlesien), Jungfernnelke (Schlesien, Württemberg), Marientropfen, St. Christoffelblumen und Vieruhrenblumen (Eifel bei Daun).

Quellen

Literatur

  • Hans-Christian Friedrich: Familie Caryophyllaceae. In: Karl Heinz Rechinger (Hrsg.): Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Pteridophyta, Spermatophyta. Begründet von Gustav Hegi. 2., völlig neubearbeitete Auflage. Band III. Teil 2: Angiospermae: Dicotyledones 1 (Phytolaccaceae – Portulacaceae). Paul Parey, Berlin/Hamburg 1979, ISBN 3-489-60020-7 (erschienen in Lieferungen 1959–1979). .

Einzelnachweise

Weblinks

  • Steckbrief beim Naturhistorischen Museum Wien
  • Heide-Nelke. FloraWeb.de
  • Verbreitungskarte für Deutschland. In: Floraweb.
  • Dianthus deltoides L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora.
  • Verbreitung auf der Nordhalbkugel aus: Eric Hultén, Magnus Fries: Atlas of North European vascular plants. 1986, ISBN 3-87429-263-0 bei Den virtuella floran (schwed.)
  • Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)

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