Purgier-Kreuzdorn

Rhamnus cathartica
Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae)


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Der Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus cathartica, Syn.: Rhamnus catharticus L.) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae). Sie ist eine in Eurasien und Nordafrika heimische und beispielsweise in Nordamerika invasive Pflanze.

Namensgebung

Der Purgier-Kreuzdorn hat auch folgende weitere Trivialnamen: Purgierdorn, Purgierstrauch, Kreuzbeerstrauch, Kreuzdorn, Echter Kreuzdorn, Wegedorn oder Echter Wegedorn. Die Bezeichnung Kreuzdorn kommt von den zuweilen im Kreuz stehenden Zweigen bzw. Dornen, der Name Purgierdorn (purgieren: abführen) von den giftigen Früchten mit ihrer abführenden Wirkung.

Beschreibung

Der Purgier-Kreuzdorn wächst als sparriger, sommergrüner Strauch und erreicht Wuchshöhen von 3 Metern oder als kleiner Baum bis zu 6 Meter, als solcher kann er auch ein Alter von rund 100 Jahren erreichen. Die Rinde des Kreuzdornes ist glatt und weist erst im Alter einige Risse auf. Er besitzt Dornen, die ihm seinen deutschen Namen verliehen haben. Die annähernd gegenständig angeordneten Laubblätter weisen eine Länge von 3 bis 7 Zentimeter auf.

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Die Blüten bilden sich in Büscheln. Der Purgier-Kreuzdorn ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch); in den einen Blüten finden sich jeweils Rudimente des anderen Geschlechts, wobei die männlichen Blüten noch verkümmerte Reste an Fruchtknoten und die weiblichen Blüten ihrerseits noch rudimentäre Staubblätter aufweisen. Die männlichen Blüten sind größer. Die Griffel sind verschieden lang (Heterostylie). Die unscheinbaren, grünen Blüten sind radiärsymmetrisch und vierzählig.

Die bei einem Durchmesser von 6 bis 8 Millimeter kugeligen, bei Reife schwarz-violetten Steinfrüchte enthalten drei bis vier dreikantige Steinkerne.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.

Ökologie

Die Blüten sind unscheinbare, „Nektar führende Scheibenblumen“. Der Nektar wird offen von einem Diskus abgegeben. Die Bestäubung erfolgt besonders durch Fliegen und Hautflügler.

Es findet Verdauungsverbreitung durch Vögel statt. Fruchtreife erfolgt von September bis Oktober.

Vegetative Vermehrung erfolgt durch Wurzelsprosse.

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet des Purgier-Kreuzdorn umfasst beinahe ganz Europa und erstreckt sich über Nordwestafrika bis nach Westasien.

Der Kreuzdorn ist kalkliebend, ansonsten aber pH-indifferent. Man findet ihn sowohl in Auwäldern, Hecken und Wegrändern als auch an felsigen Hängen. In Deutschland ist er weit verbreitet – vom Norddeutschen Tiefland bis zu den Alpen in Höhenlagen von 1600 Metern. Die bevorzugte Lage ist in der Strauchschicht in einer Höhe bis 800 Meter über dem Meeresspiegel. Er ist in Mitteleuropa eine Berberidion-Verbandscharakterart, kommt aber auch in Gesellschaften der Ordnung Quercetalia pubescenti-petraeae vor.

Schädlinge

Der Purgier-Kreuzdorn ist ein Zwischenwirt des orangefarbenen Hafer-Kronenrostes (Puccinia coronata), der ein bedeutender Schädling des Getreides und der Futtergräser darstellt. Ferner ist er Nahrungspflanze für die Raupen des Zitronenfalters (Gonepteryx rhamni) und für die des Großen Kreuzdornspanners (Philereme transversata).

Nutzung

Die Früchte verwendet man getrocknet als Abführmittel; hingegen kann der Verzehr von unreifen Früchten – vor allem bei Kindern – zu Vergiftungserscheinungen führen. Der abführenden Wirkung hat der Strauch seinen botanischen Namen cathartica (altgriechisch: katarthikos für reinigend) zu verdanken.

Früher wurde aus den Früchten das „Saftgrün“ der Maler und aus den getrockneten, im Mörser zerkleinerten Beeren als wässriger Auszug ein gelber Farbstoff zum Beizen von Holz (15.–17. Jahrhundert) hergestellt.

Giftigkeit

Die Früchte sind stark giftig. Die Rinde ist ebenso giftig für den Menschen.

Quellen

  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Portrait. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.

Einzelnachweise

Weblinks

  • Purgier-Kreuzdorn. In: FloraWeb.de.
  • Steckbrief und Verbreitungskarte für Bayern. In: Botanischer Informationsknoten Bayerns.
  • Rhamnus cathartica L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 6. Dezember 2015.
  • Die Verbreitung auf der Nordhalbkugel nach Eric Hultén
  • Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)
  • Steckbrief mit Fotos bei Baumkunde.
  • Inhaltsstoffe des Purgier-Kreuzdorns bei Giftpflanzen.comPendium.
  • Kurzer Steckbrief (rechts) bei Das Lehrbiotop. (PDF-Datei; 12 kB)

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