Mittelmeer-Feuerdorn

Pyracantha coccinea
Rosengewächse (Rosaceae)


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Der Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea) wird auch Europäischer Feuerdorn genannt und ist beheimatet in Südeuropa, Kleinasien und im Kaukasus. Im 17. Jahrhundert wurde er nach Mitteleuropa eingeführt, war aber auch schon einmal im Tertiär in diesem Gebiet vertreten.

Beschreibung

Der Mittelmeer-Feuerdorn ist ein immergrüner, sehr dicht verzweigter Laubstrauch mit sparrig abstehenden und ausladenden Ästen und kräftigen Sprossdornen. Er wird 2 bis 3 (bis 5) m hoch, seine jungen Triebe sind grau behaart. Die Blätter sind elliptisch bis verkehrt-lanzettlich, 2 bis 4 cm lang, mehr oder weniger spitz mit keilförmiger Basis. Die Blätter sind außerdem dicht kerbig gesägt, unterseits kahl oder anfangs leicht behaart. Der Blattstiel ist 2 bis 5 mm lang und behaart.

Der Blütenstand ist behaart. Die Frucht ist meist 5 bis 7 mm dick, leuchtend rot bis gelb und bleibt lange am Strauch haften.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 34.

Standorte

Der Mittelmeer-Feuerdorn wird als Zierstrauch angepflanzt. Er verwildert nur selten und unbeständig (z. B. an Straßenböschungen). Er ist sehr anspruchslos, eher für trockene und schwere Böden geeignet, winterhart und industriefest und bevorzugt Lichtlagen.

Ökologie

Die weißen Blüten sind „Nektar führende Scheibenblumen“, sie stehen in aufrechten, dichten Doldenrispen des sehr reich blühenden und fruchtenden Strauchs. Die Wände der fünf Fruchtblätter verhärten sich bei der Reife und werden steinig. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni.

Die Früchte sind erbsengroße Apfelfrüchte, die durch Carotinoide lebhaft rot gefärbt sind, bei bestimmten Kultursorten aber auch gelb.

Es liegt Verdauungsverbreitung vor: Die Früchte werden z. B. im Spätwinter gern von Amseln gefressen, die Samen von Grünfinken. Die Fruchtreife tritt im September ein (Wintersteher).

Vegetative Vermehrung erfolgt durch Wurzelsprosse.

Inhaltsstoffe, Giftigkeit

Die Samen sind durch Blausäure abspaltende Glykoside schwach giftig. Das Fruchtfleisch und die anderen Pflanzenteile sind frei von cyanogenen Glykosiden.

In den Blättern finden sich u. a. Rutin und Chlorogensäure.

Verwendung

Der Mittelmeer-Feuerdorn ist ein dekorativer Zierstrauch der Gärten und Anlagen. Wegen der Schnittfestigkeit ist er für Heckenpflanzungen und als Wandspalier sehr geeignet. Er eignet sich auch zur Fassadenbegrünung, da er sich wie eine spreizklimmende Kletterpflanze an Kletterhilfen führen lässt.

Trivialnamen

Für den Mittelmeer-Feuerdorn bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen Feuerdorn, Feuerstrauch, Feuriger Busch (Schweiz) und Fürbusch (Schweiz).

Literatur

  • Franz H. Meyer, Ulrich Hecker, Hans Rolf Höster, Fred-Günter Schroeder: Gehölzflora. Begründet von Jost Fitschen. 11. erweiterte und korrigierte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01268-7, S. 58–81.
  • Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Gehölze. Bestimmung, Herkunft und Lebensbereiche, Eigenschaften und Verwendung (= Gartenflora. Band 1). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2006, ISBN 3-8001-3479-9. 

Einzelnachweise

Weblinks

  • Mittelmeer-Feuerdorn. In: FloraWeb.de.
  • Steckbrief und Verbreitungskarte für Bayern. In: Botanischer Informationsknoten Bayerns.
  • Pyracantha coccinea M. Roem. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora.
  • Details
  • Artikel auf gifte.de

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