Mistel

Viscum album
Sandelholzgewächse (Santalaceae)


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Die Weißbeerige Mistel (Viscum album), meist Mistel genannt, mit ihren drei Unterarten, nämlich der Laubholz-, Tannen- und Föhren-Rasse, ist eine Pflanzenart in der Familie der Sandelholzgewächse (Santalaceae). Oft wird sie zusammen mit einigen anderen Gattungen wie Arceuthobium in eine eigene Familie Viscaceae gestellt, die dann ungefähr 400 Arten umfasst. Sie ist eine der wenigen parasitisch lebenden Gefäßpflanzenarten Europas, die direkt an Sprossachsen der Wirtspflanzen parasitiert.

Beschreibung

Erscheinungsbild und Blatt

Die Weißbeerige Mistel wächst als sattgrüner – im Falle der selteneren männlichen Exemplare: gelblich-grüner – immergrüner Strauch parasitierend auf anderen Gehölzen. Dieser Halbschmarotzer sitzt auf den Ästen von Bäumen und entzieht Wasser und darin gelöste Mineralsalze aus deren Holzteil. Im Laufe der Jahre wachsen Misteln häufig zu kugeligen Büschen heran, die bis zu 1 Meter Durchmesser erreichen können. Die oft gleichmäßig gabelig verzweigten Sprossachsen der Mistel sind an den Knoten (Nodi) durch Furchen gegliedert und brechen dort leicht ab. Es sind drei bis fünf undeutliche Blattadern vorhanden. Diese verlaufen parallel und sind nicht vernetzt.

An den Enden der Sprossachsen sitzen gegenständig die ungestielten Laubblätter, die mehrjährig sein können. Die etwas dickliche, fast lederige, einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 2,5 bis 7 Zentimetern und einer Breite von 0,5 bis 3,5 Zentimetern elliptisch bis verkehrt-lanzettlich oder verkehrt-eiförmig mit stumpfem oberen Ende. Beide Blattseiten erscheinen gleichartig ausgebildet (äquifazial) und haben deutlich eingesenkte Spaltöffnungen. Wegen ihrer „immergrünen“, jedenfalls wintergrünen Blätter bilden unsere Misteln im Laufe der Jahre ein Holz, in dem – ähnlich wie bei Buchsbaum, Stechpalme und Efeu – Jahresringe nur undeutlich erkennbar sind. Anders als bei den drei genannten immergrünen Gehölzen bleiben die Blätter der Weißbeerigen Misteln nicht länger als zwei Jahre und deshalb nur in der Außenzone an der Pflanze.

Blüte

Die Blütezeit der Weißbeerigen Mistel reicht bei günstiger Witterung in Mitteleuropa von Mitte Januar bis Anfang April. Die Weißbeerige Mistel ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Drei bis fünf Blüten stehen in den obersten Blattachseln knäuelig beisammen. Die zwei Tragblätter sind etwa 2 Millimeter lang, konkav und bewimpert mit stumpfem oberen Ende.

Die unscheinbaren, eingeschlechtigen Blüten sind sitzend. Die drei oder vier freien, dicken Blütenhüllblätter sind bei einer Länge von etwa 1 Millimeter bei den weiblichen Blüten dreieckig und hinfällig. Die vier Staubblätter in den Blüten der (deutlich selteneren) männlichen (staminaten) Pflanzen besitzen keine Staubfäden. Die rückseitig mit den hier etwa doppelt so langen Blütenhüllblättern verwachsenen Staubbeutel öffnen sich mit vielen Poren; sie weisen einen deutlichen, fruchtigen Duft auf. Der unterständige Fruchtknoten ist bei einer Länge von etwa 2 Millimetern verkehrt-eiförmig. Die sitzende Narbe ist bei einer Länge von etwa 1 Millimeter konisch.

Frucht und Samen

Von der Blüte im Februar bis zur Reife der Beeren in der Adventszeit vergehen circa neun Monate. Die weißen, etwas durchscheinenden, einsamigen Beeren sind bei einem Durchmesser von etwa 1 Zentimeter kugelig. Die 5 bis 6 Millimeter langen Samen sind von einem weißen, zähen, schleimig klebrigen Fruchtfleisch (Pulpa) umgeben. Schon im einzelnen Samen bilden sich bei unserer Laubholz- und der südwesteuropäischen Rotbeerigen Mistel bis zu drei oder sehr selten vier grüne Embryonen aus.

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.

Ökologie

Die Weißbeerige Mistel ist ein strauchartiger Halbschmarotzer auf den Ästen und gelegentlich Stämmen verschiedener Gehölze. Aus deren Holzteil, dem sogenannten Xylem, entzieht sie Wasser und darin gelöste Nährsalze. Wegen der dazu erforderlichen starken Transpiration fühlen sich die Blätter der Mistel kühl an, was als Verdunstungskälte gedeutet wird. Die Pflanzen können zu kugeligen Büschen von maximal 1 Meter Durchmesser heranwachsen und bis etwa 70 Jahre alt werden. Das Wachstum ist sehr langsam; der Zuwachs beträgt ein Sprossglied pro Jahr. So sollen Zweige von 50 Zentimetern Länge etwa 30 Jahre alt sein. Bei ihrer ersten Blüte sind Misteln sechs bis sieben Jahre alt. Die grüne Rinde der Sprosse bildet keine Korkschicht aus und kann deshalb jahrelang Photosynthese betreiben.

Die Pollenkörner sind untereinander durch zarte, elastisch-klebrige Viszinfäden verbunden, können also nicht vom Wind verfrachtet werden. Die Pollenübertragung (Bestäubung) erfolgt nicht etwa "durch den Wind" oder durch Bienen, sondern im Wesentlichen durch Fliegen, wie bereits Joseph Gottlieb Kölreuter ermittelt hatte, dem allerdings lange Zeit nicht geglaubt wurde.

Die klebrige Pulpa, die die Samen umgibt, ermöglicht die Ausbreitung durch Vögel. Die Samen der meisten Mistelarten werden nämlich durch Vögel ausgebreitet (Verdauungsverbreitung, Endozoochorie). Bei uns, für die Weißbeerige Mistel, sind die üblichen Verbreitervögel die Misteldrossel, die Mönchsgrasmücke und der gelegentliche Wintergast Seidenschwanz. Nur sie fressen die klebschleimreichen Früchte der Misteln. Sie können den zähschleimumhüllten Innenteil mit den Samen jedoch nicht verdauen. Deshalb werden die Samen mit ihrer Klebschleimhülle von Misteldrosseln und Seidenschwänzen nach recht kurzer Darmpassage wieder ausgeschieden. Verfangen sich die Ausscheidungen dieser Vögel – ob sitzend oder darüber hinwegfliegend – auf den Ästen nicht "mistelfester" Bäume, dann haben die grünen Embryonen in den Samenkernen die Chance, dort erfolgreich zu keimen und sich zu etablieren. Mönchsgrasmücken heften die Samenkerne mit ihrer Innenschleimhülle, bevor sie den Außenteil der Beere verschlucken, direkt mit dem Schnabel auf einen nächstliegenden Ast. Dies kann auch ein Spross der Mistel selbst sein. Auch dort können sie erfolgreich keimen, denn auch die Mistel selbst ist keineswegs mistelfest. So ist in beiden Fällen die Keimung stets besonders erfolgreich, sobald Regen und Sonne für günstige Bedingungen sorgen.

Bei der Keimung streckt sich zunächst das Hypokotyl. Es krümmt sich dabei vom Licht weg abwärts (negative Phototaxis). Sobald dann seine Spitze die Unterlage (möglichst Rinde des Wirtes) erreicht, bildet sie dort eine Haftscheibe aus. Aus deren Zentrum treibt der Keimling zunächst einen Penetrationskeil, danach einen Saugfortsatz (Haustorium) durch die Rinde des Wirtsastes hindurch. In den Saftbahnen zwischen Rinde und Holz breitet sich die junge Mistel dann langsam in Form grüner Rindensaugstränge aus. Das zentrale Haustorium entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einer Primärwurzel, die mit dem Dickenwachstum des Tragastes immer weiter in das Wirtsgewebe einwächst. Aus der Primärwurzel wachsen im folgenden Jahr sog. Senkerwurzeln, die bis in das Leitungsgewebe des Wirtes vordringen und selber auch wieder in der Lage sind, neue Senker sowie Wurzelsprosse auszubilden. Erst nachdem die Senkerwurzeln die Leitungsbahnen des Wirtes erreicht haben, entwickelt sich die Mistel weiter. Nach vielen Jahren ist die Mistel dann so reich verzweigt, dass sie kugelige Büsche von bis zu einem Meter Durchmesser oder auch schlaff herabhängende Formen bilden kann. Der Parasitismus der Mistel kann für die Wirtspflanze bedeuten, dass der Ast, auf dem die Mistel lebt, oder auch der ganze Baum abstirbt. Auf Obstplantagen kommt es häufig zu Ernteverlusten, wenn die Wirtspflanze nicht mehr ausreichend Wasser und Nährstoffe zur Verfügung hat, um genügend Früchte auszubilden.

Die grünen Embryonen sind bereits in den durchscheinenden Beeren photosynthetisch aktiv. Nach Einnistung in lebender Rinde kann daher ein frühes Entwicklungsstadium auch einige Jahre kaum sichtbar überdauern, solange die Haustorien-Zellen die Leitungsbahnen der Wirtspflanze nicht erreichen können. Die Ursache, warum die junge Mistel manchmal in diesem kryptischen Zustand verbleibt, ist bis heute nicht erforscht.

Eine weitere Besonderheit der Mistel ist, dass sie als photosynthetisch aktiver Halbschmarotzer ihrem Wirt eigentlich nur Wasser und Mineralsalze entziehen müsste, deshalb erstaunt es auch heute noch viele Forscher, dass sie dennoch die Leitungsbahnen für die organischen Substanzen (das Phloem) des Wirtes anzapft. Ob sie dabei dem Wirt auch Nährstoffe entzieht, wird im Moment noch kritisch diskutiert.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Weißbeerigen Mistel sind die wintermilden Regionen Südskandinaviens sowie Mittel- und Südeuropas. Dort gedeiht sie zerstreut bis gebietsweise sehr häufig (dann als Plage empfunden) auf Laubbäumen wie zum Beispiel Apfelbäumen, Linden, Ahornen, Birken, Pappeln und Weiden, Hainbuchen, Weißdorn und besonders üppig und breitblättrig auf Robinien. Rot-Buchen (Fagus), Eichen und z. B. die Platanen sind dagegen mistelfest. Um 1900 wurde die Mistel in den Vereinigten Staaten als Neophyt eingeschleppt oder vom Gärtner Luther Burbank bewusst eingebürgert und hat sich nördlich von San Francisco auf sehr vielen verschiedenen Gehölzarten verbreitet.

Neben Viscum album kommt in Mitteleuropa noch die zu einer anderen Gattung und Familie gehörige Eichenmistel (Loranthus europaeus) vor. Diese ist im Unterschied zur Weißbeerigen Mistel nur sommergrün und weist Äste auf, die ab dem 2. Jahr braun bis schwarzgrau sind. Die Eichenmistel bildet gelbe Beeren.

Systematik

Der wissenschaftliche Name der Weißbeerigen Mistel, Viscum album L., wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht.

Es werden innerhalb der Art Viscum album mehrere Unterarten unterschieden, die eine Bindung an unterschiedliche Wirtsbaumarten besitzen:

  • Laubholz-Mistel (Viscum album L. subsp. album) – auf Pappeln und Weiden, an Kernobstgewächsen auf Apfelbäumen, Ebereschen, Weißdorn und der großstrauchigen kanadischen Kupfer-Felsenbirne, an Steinobstgewächsen auf Steinweichsel und Traubenkirsche, auf Birken, Hasel, Robinien und Goldregen, Linden, Ahornbäumen, Flieder und Liguster, amerikanischer Rot- und Sumpf-Eiche, Balkan- und Appalachen- (= Gelbe) Rosskastanien, nordamerikanischer Schwarznuss, amerikanischen Eschen, amerikanischen Erlen, Amerikanischer Ulme (Ulmus americana), Hainbuche und anderen; auf Birnbäumen, Süßkirsch- und Pflaumenbäumen nur äußerst selten, gar nicht aber zum Beispiel auf Rot-Buche, Walnussbaum, Platanen, Paulownien, Götterbäumen oder Magnolien. Die Chromosomenzahl dieser Unterart beträgt 2n = 20.
  • Tannen-Mistel (Viscum album subsp. abietis (Wiesb.) Janchen, Syn.: Viscum abietis (Wiesb.) Fritsch) – auf einzelnen Tannenarten, zumindest Weiß- und Griechischer Tanne (Abies cephalonica), sowie äußerst selten einmal auf einer Fichte sowie auf einer Laubbaumart. In den Allgäuer Alpen übersteigt sie die Höhenlage von 1000 Metern kaum.
  • Kiefern-Mistel, Föhren-Mistel (Viscum album subsp. austriacum (Wiesb.) Vollm., Syn.: Viscum laxum Boiss. & Reut.) – auf Kiefern, sehr selten auf Fichten und Lärchen. Vorkommen in Süd- und Ostdeutschland: von Iffezheim beiderseits des Rheins nordwärts, im und um den Nürnberger Reichswald, Brandenburg; Österreich (häufig bis zerstreut in der collinen bis montanen Höhenstufe der Bundesländer Wien, Burgenland, Kärnten (unsicher), Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Tirol und Vorarlberg), Südtirol und Japan. Die Chromosomenzahl dieser Unterart beträgt 2n = 20. Sie kommt vor in Gesellschaften des Verbands Erico-Pinion.
  • Kretische Mistel (Viscum album subsp. creticum N.Böhling et al.), eine weitere 2002 beschriebene Unterart, die als Endemit nur auf Kreta vorkommt und dort auf der Kalabrischen Kiefer (Pinus brutia) schmarotzt.

Die früher gelegentlich als Unterart (Viscum album subsp. coloratum) geführte Koreanische oder Japanische Mistel wird dagegen heute als eigene Art (Viscum coloratum) angesehen. Bei manchen Autoren gibt es die asiatische Unterart Viscum album subsp. meridianum (Danser) D.G.Long.

Giftigkeit

Nach Einschätzung der Giftzentrale am Klinikum der Universität Bonn sind Misteln gering giftig, und zwar in allen Pflanzenteilen bis auf die Beeren. Nach Stürmen heruntergebrochene Büsche der Nadelholz-Misteln und männliche Exemplare der Laubholz-Mistel können verfüttert werden und sind im Winter bei Vieh und Wild willkommenes Grünfutter. Die weiblichen Büsche der Laubholz-Rasse sollten allerdings wegen ihrer innen ganz ungewöhnlich klebrigen Beeren als Futter gemieden werden, da sie, sehr unangenehm, im Rachen hängenbleiben können. Kinder sind dringend vor diesen Beeren zu warnen.

Verwendung

Allgemeine Verwendung

Die Früchte vor allem der Eichenmistel (die allerdings zu einer anderen Familie gehört) wurden früher wegen des klebrigen Mesokarps zur Herstellung von Vogelleim verwendet. In einigen europäischen Ländern ist diese tierquälerische Art des Vogelfangs trotz Verbots in der EU immer noch ein beliebter „Sport“.

Misteln eignen sich sehr gut für Wildgärten, da sie einfach anzupflanzen sind, denn es reicht aus, die frischen noch klebrigen Samen an eine junge Borke eines geeigneten, nicht mistelfesten Wirtsbaumes anzuheften.

Verwendung als Heilpflanze

Als Heildroge dienten früher die getrockneten, jungen Zweige mit Blättern, Blüten und Früchten. Inhaltsstoffe sind Lektine (Glykoproteine), Viscotoxine (toxische Polypeptide), wasserlösliche Polysaccharide, biogene Amine, Flavonoide, Lignane, Cyclitole, wie Viscumitol und Phenolcarbonsäuren.

Zur Anwendung wurden traditionell Misteltee oder auch entsprechende Fertigpräparate mit Mistelextrakten zur Unterstützung des Kreislaufs bei Neigung zu Hypertonie und zur Arterioskleroseprophylaxe eingenommen. Bisher liegt aber kein ausreichender Nachweis für die Wirksamkeit bei diesen Indikationen vor.

Trotz langjähriger Anwendung und Forschung ist nicht belegt, dass Mistelpräparate das Tumorwachstum hemmen oder gar Krebspatienten heilen können. Die Erfolge werden im Sinne einer unspezifischen Reiztherapie gedeutet, keinesfalls als direkte zytotoxische Wirkung der Präparate. In einzelnen Studien konnten leichte bis moderate Effekte auf das Krankheitsgeschehen durch die Injektionstherapie mit entsprechenden Mistelpräparaten beobachtet werden. Allerdings gab es bei diesen Studien eine sehr kleine Teilnehmerzahl und keine unbehandelte Kontrollgruppe, sodass die Aussagekraft dieser Studien unklar bleibt.

Mythologie

Die Mistel war schon in der Mythologie des Altertums bekannt und wurde von den gallischen Priestern, den Druiden, als Heilmittel und zu kultischen Handlungen benutzt. Keltischen Priestern galten besonders die seltenen Exemplare, die auf Eichen wuchsen, als heilig. Sie galt nicht nur als Wunderpflanze gegen Krankheiten, sondern wurde auch als Heiligtum verehrt, als Zeichen des immerwährenden Lebens und war für Kelten und Germanen ein Fruchtbarkeitssymbol. Die Germanen glaubten, dass die Götter die Mistelsamen in die Bäume streuten, sie also ein Geschenk des Himmels wären.

Auch heute noch werden einige alte Bräuche gepflegt. So ist die Mistel in einigen Ländern, wie beispielsweise der Schweiz, ein Fruchtbarkeitssymbol. In England gibt es ein Ritual, dass ein Mistelzweig in der Weihnachtszeit über die Tür gehängt wird und die junge Dame, die sich unter diesem Mistelzweig befindet, auf der Stelle geküsst werden darf. In Frankreich wird ein Mistelzweig am Neujahr auch über die Tür gehängt und jedermann küsst die Verwandten und die Freunde darunter. Ein Spruch wird auch gesagt: Au gui, l'an neuf, das heißt „Mit der Mistel kommt das Neujahr“.

In der germanischen Mythologie wurde der Asengott Balder mit einem Mistelzweig getötet.

Ähnliche Arten

Vergleiche auch:

  • Rotbeerige Mistel (Viscum cruciatum), eine ebenfalls zweihäusige Verwandte der Weißbeerigen Mistel, mit disjunkten Vorkommen im südlichen Spanien (Andalusien), nordwestlichen Afrika und in Palästina, die vorwiegend auf Ölbaumgewächsen wie dem Ölbaum und dem Flieder parasitiert. Auch deren Früchte weisen meist mehrembryonige Samenkerne auf.
  • Eichenmistel, Riemenblume (Loranthus europaeus)
  • Zwergmistel (Viscum minimum), ein Vollparasit/Endophyt im Inneren einiger kakteenähnlichen Wolfsmilch-Arten in Südafrika, mit roten Beeren.
  • Zwergmisteln im eigentlichen Sinne (Arceuthobium) sind die blattlosen, unscheinbaren, aber forstlich teilweise sehr schädlichen Arten der zu den Viscaceae gehörenden Gattung. Diese parasitieren nur an Nadelgehölzen. Sie sind über die ganze Nordhemisphäre verbreitet. Sie schleudern ihre Samen mit extremem Wasserdruck bis zu zwanzig Meter weit, ein im Pflanzenreich äußerst seltener Ausbreitungsmechanismus (Canadian Journal of Botany. Band 82, S. 1566). Besonders artenreich treten sie in Nordamerika auf. In Europa kommt aus dieser etwas über 30 Arten umfassenden Gattung nur die sehr unauffällige Wacholdermistel (Arceuthobium oxycedri) vor, zum Beispiel in Südfrankreich.

Literatur

  • Priscilla Abdulla: Flora of West Pakistan 35: Loranthaceae. Stewart Herbarium, Gordon College (u. a.), Rawalpindi 1973, Viscum album (online). 
  • Willem Frans Daems, Gundolf Keil: Der Misteltraktat des Wiener Kodex 3811. In: Sudhoffs Archiv. Band 49, 1965, ISSN 0931-9425, S. 90–93.
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. Ein botanisch-ökologischer Exkursionsbegleiter zu den wichtigsten Arten. 6., völlig neu bearbeitete Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2005, ISBN 3-494-01397-7. 
  • Peter Luther, Hans Becker: Die Mistel: Botanik, Lektine, medizinische Anwendung. Berlin, Heidelberg usw. 1987.
  • Thomas Schauer: Der BLV Pflanzenführer für unterwegs. blv, München 2005, ISBN 3-405-16908-9.
  • Hans Christian Weber: Schmarotzer. Pflanzen die von anderen leben. Belser, Stuttgart 1978, ISBN 3-7630-1834-4.
  • Hans Christian Weber: Parasitismus von Blütenpflanzen. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1993, ISBN 3-534-10529-X.
  • Ingrid Schönfelder, Peter Schönfelder: Das neue Buch der Heilpflanzen. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.
  • Lutz Roth, Max Daunderer, Kurt Kormann: Giftpflanzen – Pflanzengifte. Vorkommen, Wirkung, Therapie, allergische und phototoxische Reaktionen. Mit Sonderteil über Gifttiere. 6., überarbeitete Auflage, Sonderausgabe. Nikol, Hamburg 2012, ISBN 978-3-86820-009-6.
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1. 

Einzelnachweise

Weblinks

  • Weißbeerige Mistel. In: FloraWeb.de.
  • Verbreitungskarte für Deutschland. In: Floraweb. Viscum album s. l.
  • Verbreitungskarte für Deutschland. In: Floraweb. Viscum album subsp. abietis
  • Verbreitungskarte für Deutschland. In: Floraweb. Viscum laxum
  • Verbreitungskarte für Deutschland. In: Floraweb. Viscum album subsp. album
  • Viscum album L. s. l. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora.
  • Verbreitung auf der Nordhalbkugel aus: Eric Hultén, Magnus Fries: Atlas of North European vascular plants. 1986, ISBN 3-87429-263-0 bei Den virtuella floran. (schwed.)
  • Thomas Meyer: Weiße Mistel. Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland
  • Thomas Meyer: Tannen-Mistel. Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland
  • Thomas Meyer: Kiefern-Mistel. Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland
  • www.mistletoe.org.uk. Britische Seite mit ausführlichen Informationen.
  • Die Mistel als Giftpflanze. Giftpflanzen.com.
  • Die Mistel - Mehr als nur weihnachtliches Glückssymbol. Bot. Garten Erlangen (Memento vom 12. Oktober 2009 im Internet Archive)
  • Die Mistel als Heilpflanze bei www.awl.ch

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