Zickzack-Klee

Trifolium medium
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)


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Der Mittlere Klee (Trifolium medium), auch Zickzack-Klee genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Klee (Trifolium) in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

Beschreibung

Trifolium medium ist sehr variabel in Mittel- und Südeuropa und deshalb wurden mehrere Subtaxa beschrieben, die allerdings nicht von allen Autoren akzeptiert sind.

Vegetative Merkmale

Der Mittlere Klee ist eine sommergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 30 bis 45 (10 bs 65) Zentimetern erreicht. Der aufsteigende Stängel ist meist hin- und hergebogen, aber mit geraden Internodien („Zickzack-Klee“) und oft verzweigt. Der oft rötlich überlaufene oder gestrichelte Stängel ist fast kahl bis zerstreut angedrückt behaart, selten sind im oberen Bereich ausgebreitete Trichome vorhanden. Der Mittlere Klee besitzt eine lange Pfahlwurzel, Rhizom und weitkriechende Ausläufer.

Die wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist meist länger als die Nebenblätter. Die Blattspreite ist dreiteilig handförmig gefingert. Die Blättchen sind bei einer Länge von 1,5 bis 5 Zentimetern oder 2 bis 6 Zentimetern sowie einer Breite von 0,9 bis 2 (0,5 bis 3,5) Zentimetern länglich-elliptisch bis eiförmig, verkehrt-eiförmig oder elliptisch oder eilanzettlich. Die weitgehend ganzrandigen Blättchen besitzen oft eine hellere oder rotbraune Querbinde. Die beiden krautigen, lanzettlichen, verschmälerten und am oberen Bereich bewimperten Nebenblätter sind meist auf weniger als der Hälfte ihrer Länge mit dem Blattstiel verwachsen, der freie Teil in eine lange Spitze ausgezogen.

Generative Merkmale

Die Blütezeit liegt vorwiegend in den Monaten Juni bis Juli, oder seltener August, oder reicht in der Schweiz von Mai bis Juli. Der Blütenstand ist anfangs fast sitzend, später ist ein ±kurzer Blütenstandsschaft erkennbar. In der Regel besitzt ein Pflanzenexemplar nur einen einzelnen, bei einer Länge von etwa 3 Zentimetern sowie einem Durchmesser von meist 2 bis 3 Zentimetern kugel- bis eiförmigen, köpfchenförmigen Blütenstand, der am Grunde normalerweise keine Hochblätter hat.

Die zwittrige Blüte ist zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind verwachsen. Der selten im oberen Bereich mit ausgebreiteten Trichomen behaarte, verkahlende und meist auch außen kahle, grünlich-weiße Kelch ist meist zehnnervig (selten zwanzignervig) und durch einen zweilippigen, behaarten Ringwulst fast geschlossen. Die fünf fadenförmigen Kelchzähne sind mehr oder weniger dicht bewimpert und ungleich lang. Die meist 15 bis 18 (12 bis 20) Millimeter lange Krone ist hell-purpurrot, sehr selten auch weiß und besitzt die typische Form einer Schmetterlingsblüte. Kronblätter und Staubblätter sind zu einer 8 bis 9 Millimeter langen Röhre verwachsen.

Die Hülsenfrucht ist rundlich-eiförmig und springt in Fruchtklappen längs auf. Die Samen sind hellbraun und dreikantig.

Chromosomensatz

Die Chromosomenzahl beträgt x = 7; und die Chromosomenzahlen betragen 2n = etwa 70, 78 bis 80, 82, 84, 98 oder 126.

Ökologie

Beim Mittleren Klee handelt es sich um einen mesomorphen Hemikryptophyten. Es kann auch vegetative Vermehrung erfolgen.

Männliche und weibliche Blütenorgane sind gleichzeitig fertil. Der Mittlere Klee ist xenogam: es erfolgte obligate Fremdbefruchtung Es liegt gametophytische Selbst-Inkompatibilität, dabei keimen alle Pollen auf der Narbe, aber das Pollenschlauchwachstum stoppt aber im Griffel, wenn das im haploiden Pollen exprimierte Allel einem der Allele im Griffel gleicht, Selbstbefruchtung und Samenansatz wird durch diesen genetisch festgelegte Mechanismus verhindert.

Blütenökologisch handelt es sich um Schmetterlingsblumen vom Fabaceentyp mit Klappeinrichtung. Die Bestäubung erfolgt meist durch Insekten. Als Belohnung für die Bestäuber ist Nektar vorhanden. Bestäuber sind Hymenopteren.

Die Diaspore ist die Hülsenfrucht mit einem Anhängsel. Es erfolgt Ausbreitung der Diasporen auf der Oberfläche von Tieren (Epichorie) oder durch den Wind (Anemochorie).

Verwechslungsmöglichkeiten

Verwechslungsmöglichkeiten bestehen insbesondere mit dem Wiesen-Klee (Trifolium pratense).

Vorkommen

Trifolium medium kommt in weiten Teilen Europas vor und östlich reicht sein Verbreitungsgebiet von Vorderasien über Kaukasien bis zum westlichen Sibirien. Es gibt Fundortangaben für Deutschland, Österreich, Liechtenstein, die Schweiz, Italien, Monaco, Korsika, Frankreich, Andorra, Gibraltar, Spanien, Portugal, Polen, die ehemalige Tschechoslowakei, das ehemalige Jugoslawien, Albanien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Ungarn, die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Estland, Litauen, Lettland, das Vereinigte Königreich, Irland, den europäischen Teil Russlands, Belarus, Moldawien, die Ukraine, die Krim, die Türkei, den nördlichen Iran, Ciskaukasien, Armenien, Aserbaidschan, Georgien westlichen Sibirien und vielleicht Ägypten.

Der Mittlere Klee ist sowohl in Deutschland, Österreich als auch der Schweiz allgemein verbreitet und meist häufig zu finden; nur in Nordwestdeutschland fehlt er streckenweise.

Trifolium medium wächst in Mitteleuropa in Halbtrockenrasen und Trockenbuschgesellschaften. Er gedeiht am besten warmen, nährstoffreichen, kalkhaltigen und lehmigen Böden. Er ist eine Charakterart des Verbands Trifolion-medii-, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften der Ordnung Prunetalia oder des Verbands Potentillo-Quercion petraeae vor. Der Mittlere Klee gedeiht in der Schweiz in lichte Wälders, Gebüschen und an Wegränder in der kollin-montanen bis -subalpinen Höhenstufe. In den Allgäuer Alpen steigt er am Südwestgrat des Heiterbergs in Vorarlberg bis in eine Höhenlage von 2100 Metern auf.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Trifolium medium erfolgte 1759 durch Carl von Linné in Amoenitates Academicae, 4. Auflage, S. 105. Das Artepitheton medium bedeutet „der Mittlere“. Homonyme sind Trifolium medium Griseb. und Trifolium medium L. nom. nud. veröffentlicht in Flora Suecica, Editio Secunda Aucta et Emendata, 558. Ein Synonym für Trifolium medium L. ist Trifolium flexuosum Jacq.

Die Art Trifolium medium gehört zur Untersektion Intermedia der Sektion Trifolium innerhalb der Gattung Trifolium.

Nutzung

Trifolium medium wird in einigen Teilen der Welt angebaut, beispielsweise in den chinesischen Provinzen Hebei sowie Shaanxi.

Literatur

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Hrsg.: Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4. 
  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6. 
  • Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz. Mit Berücksichtigung der Grenzgebiete. Bestimmungsbuch für die wildwachsenden Gefässpflanzen. Begründet von August Binz. 18. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Schwabe & Co., Basel 1986, ISBN 3-7965-0832-4. 
  • Konrad von Weihe (Hrsg.): Illustrierte Flora. Deutschland und angrenzende Gebiete. Gefäßkryptogamen und Blütenpflanzen. Begründet von August Garcke. 23. Auflage. Paul Parey, Berlin/Hamburg 1972, ISBN 3-489-68034-0. 

Einzelnachweise

Weblinks

  • Steckbrief und Verbreitungskarte für Bayern. In: Botanischer Informationsknoten Bayerns.
  • Trifolium medium subsp. medium , Zickzack-Klee (Unterart). FloraWeb.de
  • Die Verbreitung auf der Nordhalbkugel nach Eric Hultén.
  • Thomas Meyer: Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
  • Gerhard Nitter: Steckbrief Trifolium medium mit Fotos.
  • Günther Blaich: Datenblatt Trifolium medium mit Fotos.
  • Datenblatt Invasive Species Compendium von CABI.
  • Datenblatt Trifolium medium mit Fotos und Verbreitung auf den Britischen Inseln bei Online Atlas of the British and Irish flora.
  • medium Datenblatt Trifolium medium mit Fotos und Verbreitung in Portugal bei Flora-On.
  • medium Trifolium medium mit Fotos und Verbreitung in Tschechien bei Pladias – Database of the Czech Flora and Vegetation.
  • Datenblatt Trifolium medium mit Verbreitung in Griechenland bei Flora of Greece online - An annotated checklist of Vascular plants of Greece.
  • Fotos bei Bochumer Botanischer Verein e. V..

Weiterführende Literatur

  • Joanna Kolodziejczyk-Czepas: Trifolium species – the latest findings on chemical profile, ethnomedicinal use and pharmacological properties. In: Journal of Pharmacy and Pharmacology Volume 68, Issue 7, 2016, S. 845–861. doi:10.1111/jphp.12568
  • Bronislava Butkutė, Nijolė Lemežienė, Audrius Padarauskas, Eglė Norkevičienė, Lukas Taujenis: Chemical Composition of Zigzag Clover (Trifolium medium L.). In: Breeding Grasses and Protein Crops in the Era of Genomics, 2018, ISBN 978-3-319-89577-2, S. 83–87. doi:10.1007/978-3-319-89578-9_15

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